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Die politischen Berichte des sowjetrussischen Botschafters Adolf Joffe aus Berlin, April – November 1918

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer umfassend wissenschaftlich eingeleiteten und kommentierten Edition der politischen Berichte des bevollmächtigten Vertreters (Botschafters) Sowjetrusslands in Berlin, Adolf Joffe, im Zeitraum zwischen April und November 1918.

 

Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Brest-Litovsk und vor dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die diplomatische Vertretung Sowjetrusslands in Berlin zum einzigen „Fenster nach Europa“. Sie diente der Sowjetregierung in Moskau sowohl als zentrale Informationsquelle über die Situation im Ausland als auch als Kanal zur Anbahnung von Wirtschaftskontakten und zur Einflussnahme auf linke Sozialisten in Deutschland und seinen Nachbarländern. Die entsprechenden Akten der Deutschen Vertretung in Moskau über die Lage in Sowjetrussland sind der internationalen Forschung längst zugänglich gemacht worden, während die politischen Berichte des sowjetrussischen Botschafters Adolf Joffe bisher kaum wissenschaftlich ausgewertet wurden.


Joffe, der 1918 zum engsten Kreis der bolschewistischen Führung um Lenin gehörte, war ein Anhänger Trotzkis. Aus Protest gegen den aufkommenden Stalinismus beging er 1927 Selbstmord und wurde in der Sowjetzeit aus dem Pantheon der Helden der Russischen Revolution verbannt.

 

Die Edition der politischen Berichte Joffes soll seine Bedeutung für die frühe sowjetische Geschichte  herausarbeiten und damit nicht nur die Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen vervollständigen, sondern auch ein neues Licht auf die Etablierung der politischen Strukturen und Praktiken der bolschewistischen Diktatur werfen.

 

Geleitet wird das Projekt auf deutscher Seite von Prof. Dr. Tanja Penter (Universität Heidelberg), auf russischer Seite von Prof. Dr. Alexander Vatlin (Moskauer Staatliche Lomonosov-Universität).

 

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